Aktuelles im Stadtrat Alzenau

29. Juli 2020

Liebe Interessierte,

 

in den letzten beiden Wochen haben sich ein paar interessante neue Entwicklungen in Alzenau ergeben, über die ich Sie kurz informieren möchte:

 

Straßensperrung zwischen Hörstein und Wasserlos

Ab Montag 27. Juli 2020 bis Anfang September wird die Verbindungsstraße zwischen Wasserlos und Hörstein nicht befahrbar sein! Die Sperrung erfolgt, weil der Kreuzungsbereich Bezirksstr./Hellersweg/neuer Fahrradweg in Wasserlos umgebaut wird und die gesamte Fahrbahn durch das Luh eine neue Teerdecke erhält.

 

Pumptrack

Nach Meinung der FDP-Fraktion ist die Schaffung eines speziellen Mountainbike-Rundkurses (Pumptrack) in Höhe von ca. 100 T€ nicht das vordringlichste Problem für Alzenau in dieser Corona-Zeit. Da derzeit noch gar nicht absehbar ist, mit welchen Steuereinbrüchen in Alzenau künftig zu rechnen ist, setzt die FDP-Fraktion andere Prioritäten. So ist bereits jetzt klar, dass vor allem für Neubauten im Bereich der Kinderbetreuung in allen Stadtteilen künftig große finanzielle Anstrengungen notwendig sein werden, was uns viel wichtiger erscheint. Daher haben wir gemeinsam mit PWG und Grünen gegen die Einrichtung eines Pumptracks neben der Kahltalhalle Michelbach gestimmt. Mit der Mehrheit der Stimmen von CSU und SPD wurde jedoch der Bau des Pumptracks beschlossen.

 

Hundefreilaufzaun

Beim öffentlichen Waldbegang am letzten Samstag wurde ein neuer Standort für den Hundefreilaufzaun (in der Nähe des bisherigen Standorts) jedoch rechts (statt wie bisher links) der Waldeinfahrt „Dettinger Waldweg“ neben der Westumgehung gegenüber des Prischoßstadions vor.

 

Praxisanbauversuche/Herkunftsversuche

Da Alzenau den wärmsten Ort Bayerns darstellt, werden gemeinsam mit waldwissenschaftlichen Instituten künftig auf den Sturmschadenflächen im Alzenauer Wald verschiedene Versuche unternommen.

Baumarten, die bisher gut mit dem Klimawandel auskommen (wie Küstentanne, Esskastanien, Roteichen, Schwarznuß, Spitzahorn oder Hainbuche), werden nun auch auf Praxisanbauversuchsflächen in Alzenau gepflanzt und das Wachstum langfristig beobachtet.

Daneben ist noch ein forstlicher Herkunftsversuch geplant. Möglichst viele Herkünfte/Herkunftsorte der drei Baumarten Flaumeiche, Zerreiche und Ungarische Eiche sollen angepflanzt werden. Diese Maßnahmen werden von dem Einsammeln des Saatgutes bis zur Aussaat in Alzenau wissenschaftlich begleitet vom der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und dem Amt für Wald und Genetik.

 

Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche

Von den 2700 ha Waldfläche kamen durch den Sturm am 18. August 2019 ca. 250 ha zu Schaden. Vor allem der Unterwald (entlang der A45) mit seinem sandigen Böden ist besonders betroffen. Durch die großen Sturmwurfflächen und die damit verbundene direkte Sonneneinstrahlung auf den Sandboden hat sich die invasive spätblühende Traubenkirsche explosionsartig vermehren können. Dieser Neophyt bedroht unsere heimischen Kultur-Baumarten und wirkt sich negativ auf das Ökosystem aus. Sie bildet keine Bäume sondern eher Sträucher aus, verbreitet sich sehr rasch und wird auch oft „Waldpest“ genannt.

Das einzige nachhaltige Mittel, mit der sie wieder einigermaßen in Griff zu bekommen ist, ist eine Beschattung. Denn sie wächst wesentlich langsamer, wenn große Bäume ihr das Licht wegnehmen. Es ist also ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn wir nicht wollen, dass aus unseren bisherigen Wäldern eine großflächige Verbuschung mit der spätblühenden Traubenkirsche werden soll.

Daher sind mehrere Vorgehensweisen geplant: zum einen mechanisch-maschinelle Entfernung der Traubenkirsche und zum anderen regelmäßiges Abschneiden der dickeren Stämme, die nicht mehr aus dem Boden gezogen werden können. Auf einem Testgebiet von ca. 5 ha entlang der Autobahn, ist geplant die Schnittflächen der Traubenkirsche mit Tropfen von Glyphosat zu beträufeln. Natürlich nur durch Leute mit spezieller Sachkenntnis, auf eingezäunten Flächen und mit Zustimmung der Naturschutzbehörden. Das wird dazu führen, dass die Traubenkirschen zum Teil eingehen bzw. eine Verringerung ihres explosiven Wachstums erleben. Das einzige Ziel ist, den Kulturbäumen einen Wachstumsvorsprung von 1-2 Jahren zu verschaffen, so dass sie schneller in die Höhe wachsen können und möglicherweise den derzeit frei liegenden Boden wieder beschatten können.

Mit diesem Vorgehen haben es sich alle Beteiligten wirklich nicht leicht gemacht und es wurde von unseren Forstleuten auch nur nach reiflicher Überlegung empfohlen. Leider lässt uns die fortschreitende Zeit keine andere Wahl, wenn wir unseren bisherigen Waldbestand in ähnlicher Weise mit viel Arbeit über viele Jahre und mit viel Geld (ca. 5 Mio. €) wieder aufforsten möchten.

 

Ihre

 

Jeanette Kaltenhauser

FDP-Stadträtin


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