FNP Wohnbaugebiete Kernstadt Alzenau

28. Juni 2013

Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP)

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP) für Alzenau befindet sich derzeit in einem relativ frühen Stadium. Hier werden zunächst nur Baulandflächen angedacht, die eventuell in den nächsten 20 Jahren als möglich erachtet werden. Anfang des Jahres 2013 wurden einige Flächenausweisungen an die Träger öffentlicher Belange (übergeordnete Behörden etwa Naturschutz, Denkmalschutz, Bauaufsicht, Forsten) sowie an Verbände und Bürger zur Überprüfung und Stellungnahme gegeben. Auch ein fertiger FNP stellt verwaltungstechnisch immer nur einen Rahmen für langjährige weitere Schritte wie die Aufstellung eines Bebauungsplanes dar.

Gerade hinsichtlich der möglichen Ausweisung von Bauerwartungsland wurde eine Vielzahl von Bürgereingaben aus allen Alzenauer Stadtteilen eingereicht. Beispielhaft sind hier zu nennen:

  • Eingaben gegen die Ausweisung als Baugebiet: Gebiet nördlich des Spessartgymnasiums (Alzenau), Gebiet südlich Elzegraben (Alzenau), nördlich Dr.-Kihn-Ring (Michelbach), südlicher Ortsrand Hörstein
  • Eingaben gegen die Ausweisung einer ortsnahen Umgehungsstraße Albstadt/Michelbach
  • Eingaben für die Ausweisung als Baugebiet: Gebiet Eichwald (Alzenau), Speichenbach (Kälberau)

 

Geplante neue Wohnbaugebiete in der Kernstadt Alzenau

Nachverdichtung

Generell hat eine Nachverdichtung bereits vorhandener Baufenster hat für die FDP stets Vorrang gegenüber der Ausweisung neuer Baugebiete. Deshalb sehen die Alzenauer Liberalen momentan keinerlei Druck für eine sofortige Umsetzung und Verfolgung des Ausweises neuer Baugebiete.

Die Alzenauer Liberalen setzen sich dafür ein, innerhalb der Kernstadt Alzenau eine Vielzahl von Wohnbau-Möglichkeiten als Nachverdichtung zu prüfen. Zu nennen sind hier etwa das Gebiet östlich entlang der Rodenbacher Straße (zwischen Bembel-Gleisen und Gärtnerei Engelhard), das Gebiet rund um die ehemalige Alzenauer Post (ggü. Hauptbahnhof), ehemaliges Klüber-Gelände (neben Sparkasse Elze) in der Hanauer Straße oder auch die Grundstücke zwischen Seniorenheim und Kindergarten in der Bachstraße. Alle diese Gebiete sind relativ einfach zu erschließen sind und enthalten heute noch Gewerbebetriebe oder Baulücken, könnten aber innerhalb der nächsten 20 Jahre bei Neubebauung in Wohngebiet umgewandelt werden.

Gebiet nördlich des Spessartgymnasiums

Viele Eingaben erhielt die Stadt, die sich gegen die Umwandlung des Waldes nördlich des Spessartgymnasiums in Wohnbebauung aus sprachen. Als Liberale nehmen wir die Meinung der Bürger sehr ernst. Sie entspringt dem liberalen Idealbild des mündigen Bürgers. Demokratie heißt für uns nicht nur alle vier Jahre zum Wählen zu gehen, sondern äußert sich auch über Bürgeraktionen bis hin zum Bürgerbegehren. Hierin sehen wir einen wichtigen Parteitrag gegen die Parteiverdrossenheit vieler Mitbürger. Vernünftigen Argumenten gegenüber zeigen wir uns stets sehr aufgeschlossen, jedoch lassen wir uns die Freiheit nicht nehmen, über verschiedene Alternativen nachzudenken. So hielten wir etwa die Fristsetzung in einem Schreiben der Bürgerinitiative gegen die Wohnbebauung nördlich des Spessartgymnasiums (SGA) für nicht zielführend. Ich selbst habe das in meiner 11jährigen und mein Kollege Dr. Ringert in seiner nunmehr 29jährigen Stadtratstätigkeit noch nicht erlebt. Es ist uns klar geworden, dass der Wald nördlich des SGA eine wichtige Freizeitfunktiion für die Anwohner hat. Aber auch ansonsten habe ich zwischen Hörstein und Albstadt keinen Alzenauer Bürger gefunden, der eine Ausweisung als Bauland dort für notwendig ansieht.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat im März 2013 einen Wohnbaulandbedarf für Alzenau von 19 ha berechnet. Diese Zahl erscheint mir angesichts nahezu gleichbleibender Prognosen für die Bevölkerungsanzahl etwas hoch. Wichtig erscheint mir hier vor allem die Daten nachzuvollziehen, die in die Berechnung eingeflossen sind, was aber nicht so ganz einfach ist, weil man sich aus vielen Statistiken Zahlen herausholen muss. Ich werde das aber nachrechnen und bleibe dran!

Letztendlich sind wir Liberale zu dem Schluss gekommen, dass vorrangig Nachverdichtungs­möglichkeiten geprüft werden müssen und das angedachte Wohngebiet nördlich des SGA komplett aus dem FNP herausgenommen werden sollte. Die Mehrheit (18 : 4) in der Stadtratssitzung am 27.6.2013 sah das genauso.

Elzegraben

Die Straßen „Am Elzegraben“ und „Im Lenzenbühl“ im Bereich Bernhardsbeine (nahe Polizei Alzenau) sind im Moment einseitig bebaut. Durch die Renaturierung der Kahl in diesem Bereich wird sich die berechnete Grenze für ein 100jähriges Hochwasser (HQ 100) verändern, so dass sich möglicherweise auch eine einzeilige Bebauung auf der anderen Straßenseite leicht realisieren lässt. Vorstellbar ist auch eine Weiterführung der Straße „Im Lenzenbühl“ etwa bis zur Kumpfgartenstraße. Diese Wohnlage halten wir für attraktiv und gut zu erschließen. Selbstverständlich muss hier der Hochwasserschutz genau unter die Lupe genommen werden und die Bebauung sich an der neuen HQ100-Linie orientieren, die noch vom Wasserwirtschaftsamt berechnet wird. Daher haben wir der Weiterverfolgung dieser Bebauung im FNP zugestimmt. Die Mehrheit (18 : 4) in der Stadtratssitzung am 27.6.2013 sah das genauso.

Eichwald

Nach wie vor gilt unsere Stellungnahme zum Baugebiet Eichwald vom 19.7.2007 http://www.fdp-alzenau.de/index.php/STADTPOLITIK/Stellungnahme+Eichwald . Daher haben wir uns auch für eine Bebauung der äußeren Hanglagen eingesetzt. Leider hat die Stadtratsmehrheit (19 : 3) in der Sitzung vom 27.6.2013 gegen unsere Stimmen beschlossen, den Eichwald komplett aus dem FNP herauszunehmen.


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