Stadtratssitzung 7. Juli 2011 (Landesgartenschau - Vorentwurfsplanung)

14. Juli 2011

Landesgartenschau „Natur in Alzenau 2015“ – Vorstellung der Vorentwurfsplanung

Der Hauptpunkt in der Stadtratssitzung am 7. Juli 2011 war die Vorstellung der Vorentwurfsplanung durch Frau Hutter, Landschaftsarchitektin vom Planungsbüro hutterreimann Berlin, die den Wettbewerb gewonnen hatten.

Zeitplan

Die derzeitige Vorentwurfsplanung stellt zunächst einmal die Grundlage für den Fördermittelantrag dar, der im September 2011 abgegeben werden soll. Die Detailplanung wird im Rahmen der Ausführungsplanung zwischen November 2011 und Mai 2012 erfolgen. Dann sollen auch Leistungsverzeichnisse erstellt und bis August 2012 Angebote eingeholt werden. Die Bauausführung der Daueranlage ist im Zeitraum Mitte 2012 bis Ende 2013 vorgesehen.

Eine Beteiligung des Stadtrates ist im Weiteren nur bei größeren Umplanungen vorgesehen. Die Detailplanungen werden vom Aufsichtsrat der „Natur in Alzenau 2015“ abgesegnet, der analog den Stadtratsausschüssen u.a. auch mit Stadträten aller Fraktionen besetzt ist. Von der FDP-Fraktion ist Dr. Rolf Ringert stellvertretendes Mitglied. Etwas schade finde ich, dass eine allgemeine Bürgerbeteiligung an den Planungen leider nicht vorgesehen ist. Sicherlich werden aber noch Absprachen mit den Vereinen (z.B. Obst- und Gartenbauverein oder Weinbau-Verein) und den Gaststättenbetrieben erfolgen. Für weitere Bürgeranfragen habe ich auch jederzeit ein offenes Ohr.

Gartenschau-Gelände

Das Gartenschau-Gelände, das in 2015 nur mit einer Eintrittskarte erreichbar ist, gliedert sich in zwei Teilgebiete: den „Generationenpark“ (=Kahlaue zwischen Wohnpark am Hauckwald und Mühlgärten) sowie den „Energiepark“ (=Kahlauegelände zwischen Wellpappe und Brücke am Heideweg). Die Besucherströme werden dazwischen durch den Hauckwald und über den Mühlweg geführt. Noch nicht ganz klar ist mir derzeit, wie die durchschnittlich 3500 Besucher täglich den Mühlweg sicher überqueren sollen. Lt. Dr. Neumann werden sich in 2012 Straßenplaner damit beschäftigen.

Im Zeitpunkt der LGS wird sich die Fa. Wellpappe nach wie vor auf ihrem jetzigen Gelände befinden. Den prognostizierten 300.000 Besucher wird sich in den 12 Wochen der LGS lediglich ein etwas „verschönerter“ Blick auf die Wellpappe bieten durch Baumanpflanzungen in der Nikolaus-Fey-Straße und eine möglichst blickdichte „Pflanzenwand“ vom Energiepark her.

Zwischen den bestehenden Brücken (Entengasse und Heideweg) wird noch eine zusätzliche Brücke über die Kahl errichtet werden, so dass ein Rückweg auf der anderen Kahlseite entlang der Schrebergärten und mit Abstechern zur Hanauer Straße möglich ist.

Gesamt- Kosten

Investiver Haushalt (Investitionen): geplant 5,1 Mio € (netto) plus Baunebenkosten 1,2 Mio €, also: 6,3 Mio € (heute verabschiedet)

Durchführungshaushalt: circa 3,0 Mio € (noch nicht verabschiedet)

 

Im Laufe der Vorstellung ergab sich die Möglichkeit, gezielte Fragen an Frau Hutter zustellen. Die Fragen und Antworten habe ich hier zusammengefasst:

Kostensteigerung durch Vergrößerung Energiepark

Frage von Jeanette Kaltenhauser: Der Energiepark wurde entgegen den ersten Planungen nach Westen hin um etwa 2 ha vergrößert. Daher haben sich die Kosten um etwa 300.000 € erhöht. Die Pläne sehen hier aber nur grüne Wiese vor. Woher kommen die erhöhten Kosten?

Antwort von Frau Hutter (so wie ich sie verstanden habe): Während im Generationenpark nahezu jeder Quadratmeter verplant ist und „überall etwas los“ ist, ist der westliche Rand des Energieparks ist „bewusst etwas lockerer“ gestaltet worden. Hier soll der Besucher den „Übergang zur Landschaft“ (Auen kahlabwärts) spüren. Im Übrigen ergibt sich hier die Möglichkeit, während der LGS weitere Aussteller unterzubringen, z.B. Hüpfburg, kurzfristige Veranstaltungen.

Jährliche Folgekosten der Dauerinstallationen

Frage von Jeanette Kaltenhauser: Im Energiepark sind verschiedene Installationen als dauerhaft geplant, etwa ein „Sonnenenergiegarten“ mit rot/gelbem Tartan-Boden, ein „Isobarengarten“ mit in den Boden eingelassenen Hüpfkissen für Kinder oder auch ein „Lichtgarten“ mit Glas- und Spiegelinstallationen. Sollten alle diese Installationen so erhalten bleiben, sehe ich einen enormen Pflegeaufwand auf die Stadt zukommen. Die jährlichen Folgekosten erscheinen mir in diesen Fällen nicht abschätzbar, deshalb würde ich mir wünschen, pflegeleichtere Materialien zu verwenden, die auch nach der Gartenschau noch lange Zeit einen Anziehungspunkt für die Bevölkerung darstellen.

Antwort von Frau Hutter (so wie ich sie verstanden habe): Die von Ihnen genannten Installationen entstammen einer Art „internem Brainstorming“ in unserem Büro. Die Detailplanung ist in dieser Hinsicht noch nicht endgültig. Generell wird von einem „bewussten Denken in 2 Phasen“ (während und nach der Gartenschau) ausgegangen. Die Glas- und Spiegelinstallationen sind „additive Dinge“ während der Gartenschau. Danach bleibt nur die „Substanz“ stehen.

Gewünschter Schwerpunkt: Weingarten

Frage von Jeanette Kaltenhauser: Ihre Planungen sehen einen „Wein- und Rosengarten“ vor, in dem auch noch verschiedene Gräser vorgesehen sind. Sicherlich wollen viele Gartenschau-Besucher einen Rosengarten sehen, aber einen solchen könnte man in jeder beliebigen Stadt anlegen. Ein Alleinstellungsmerkmal von Alzenau und seinen Stadtteilen ist aber der Anbau von Wein. Der Schwerpunkt der Darstellung sollte demnach eindeutig auf dem Wein liegen. Deshalb würde ich gerne den Weingarten vom Rosengarten trennen und zwei  getrennte Anlagen daraus machen. In und um den angedachten dauerhaften „Weinpavillon“ wünsche ich mir genügend Platz für die Präsentation der Winzer aus Hörstein, Wasserlos und Michelbach sein.

Antwort von Frau Hutter (so wie ich sie verstanden habe): Die Kombination von Wein und Rosen erschien unserem Büro als sehr gelungen. Der „Wein- und Rosengarten“ ist mit 1200 qm geplant und sieht derzeit eine Ausstattung von 50% Wein und 50% Rosen vor. Die tatsächliche Darstellung der einzelnen Themen ist allerdings „jetzt noch extrem abstrakt“. Die Flächenausdehnung ist „noch veränderbar“.


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