Stadtratssitzung 31. März 2011

01. April 2011

Geplanter Neubau einer Sporthalle neben der Prischoßhalle

Bauantrag zum Neubau eines Vereinsheimes mit Tribünen-Anlagen

Ganztagsklasse an der Erich-Kästner-Grundschule Alzenau

 

Geplanter Neubau einer Sporthalle neben der Prischoßhalle

Der FC Bayern Alzenau plant den Neubau einer Fußballhalle mit den Maßen 70 m x 30 m und mehreren Groß- und Kleinspielfeldern verteilt auf 2 Ebenen. Der Stadtrat wurde um Entscheidung gebeten, ob das Vorhaben grundsätzlich Zustimmung findet.

Zwar würden sich damit für etliche Jugendmannschaften witterungsunabhängige Trainings möglichkeiten bieten und die Halle könnte zudem für den Schulsport genutzt werden, jedoch sehe ich große Probleme in der Lage der Halle. Eingefasst zwischen Stadion, Prischoßhalle, Prischoßstraße und Westumgehung blieb nur noch wenig Platz für Parkplätze übrig, die nach Stellplatzverordnung bei weitem nicht ausreichen würden. Zudem ergäben sich Anfahrtsprobleme für die vorhandenen Lagerräume der Prischoßhalle sowie eine erhebliche Einschränkung der Fluchtwege in der Prischoßhalle. Außerdem erschien mir der vorgelegte Finanzierungsplan hinsichtlich der angesetzten Photovoltaikkosten sehr optimistisch  kalkuliert zu sein. Die Finanzierung der erforderlichen Verlängerung der Schmutzwasserkanals um mehr als 30 m war nicht geklärt.

Alle diese Argumente bewogen mich, dem Vorhaben die Zustimmung zu verweigern. Das Votum des Stadtrats fiel einstimmig dagegen aus.

 
Bauantrag zum Neubau eines Vereinsheimes mit Tribünen-Anlagen

Der FC Bayern Alzenau plant ein neues Vereinsheim in aufgeständerter Bauweise in Bereich zwischen Rasenspielfeld und Zentralgebäude zu errichten. Desweiteren sind Stehtribünen im Nord- und Südbereich, sowie eine Sitzplatztribüne an der Westseite des Rasenspielfelds und eine überdachte Stehtribüne unmittelbar an der geplanten Lärmschutzwand geplant. Der Stadtrat wurde um Entscheidung gebeten, ob das Vorhaben grundsätzlich Zustimmung findet.

a.Vereinsheim

Generell ist die positive sportliche Entwicklung des FC Bayern Alzenau sehr erfreulich und lobenswert. Sie ist mit Sicherheit ein Aushängeschild für die Stadt Alzenau. Die Art und Weise mit der unter enormem Zeitdruck im Sommer 2008 der vom DFB geforderte Ausbau des städtischen Prischoßstadions in eine für die Regionalliga taugliche Spielstätte angegangen wurde ließ bei mir jedoch damals einen schalen Beigeschmack zurück. Zum einen erwarb die Stadt Alzenau damals den bis dato im Besitz des FC Bayern befindlichen Trainingsplatzes am Rothen Strauch samt altem Vereinsheim. Dafür verpflichtete sich die Stadt damals das Stadion entsprechend den Minimalforderungen des DFB auszubauen und ein neues  Vereinsheim für den FC Bayern zu errichten. Die Gegenfinanzierung sollte über die Umwandlung des Geländes in mehr als 30 Baugrundstücke für Einfamilienhäusern erfolgen, für die es im Kernstadtbereich eine erhöhte Nachfrage gibt. Schon damals konnte ich dem Vorhaben nicht zustimmen, weil meiner Meinung nach damals nicht alle offenen Fragen in der Kürze der Zeit abschließend geklärt werden konnten und ich mir „überrumpelt“ vorkam. (Inzwischen hat sich herausgestellt, dass aus Gründen des Wasserschutzgebiets nur noch etwas mehr als die Hälfte der ursprünglich geplanten Grundstücke bebaut werden darf, und daneben noch ein großer Parkplatz angelegt werden soll, der ursprünglich hier nicht vorgesehen war.) In 2008 stimmte der Stadtrat mehrheitlich (bei nur 2 Gegenstimmen) für den Kauf. Deshalb liegt nun eine rechtliche Verpflichtung zur Errichtung/Bezuschussung des Vereinsheims durch die Stadt Alzenau vor. Trotzdem habe ich, um mir selbst treu zu bleiben, diesmal wieder gegen das Projekt Vereinsheim gestimmt.

b.Tribünen-Anlage

Die Situation ist heute eine andere als vor 3 Jahren. Mit dem Prischoßstadion liegt ein für die Regionalliga taugliches Stadion vor. Deshalb wollte ich mich (wie die meisten meiner Stadtratskollegen auch) nicht wieder unter Zeitdruck setzen lassen. Generell sehe ich den Tribünen-Bau als eine Maßnahme, die den allgemeinen Zuschussrichtlinien für Investitionen von Alzenauer Vereinen unterliegt, d.h. 15 % des förderfähigen Aufwandes maximal 35.790 €. Weitere Steuergelder sollten hier nicht in die Hand genommen werden.

Hauptsächlich sehe ich aber Probleme in der Tatsache, dass der FC Bayern nicht der alleinige Nutzer des städtischen Stadions ist. Ein optimaler Ausbau für eine einzige Nutzung bedeutet mit Sicherheit Einschränkungen für andere Nutzungen, z.B. Leichtathletik-Großveranstaltungen. So schließt etwa die Rückseite der geplanten Haupttribüne unmittelbar an die Laufbahn des Stadions an, was deren Nutzbarkeit einschränkt. Eine vorherige Absprache mit allen Nutzern des Stadions und deren schriftliche Stellungnahmen sowie Zustimmungserklärungen erscheinen mir unerlässlich. Die Tribüne unmittelbar an der Lärmschutzwand wirft weitere Fragen auf: Reicht die Höhe der Wand dann noch aus? Werden Anwohner durch Flutlicht geblendet? usw. Die Unwegbarkeiten der Folgen des Tribünenbaus für alle anderen Vereine veranlassten mich gegen den Antrag zu stimmen. Insgesamt ergab sich bei der Abstimmung im Stadtrat eine Mehrheit von 14 Stimmen dafür bei 10 Gegenstimmen.


Ganztagsklasse an der Erich-Kästner-Grundschule Alzenau

Die Erich-Kästner-Grundschule Alzenau hat die Einrichtung einer Ganztagsklasse in der 1. Jahrgangsstufe ab dem Schuljahr 2011/12 beantragt. Der Besuch dieser Ganztagsklasse ist für die angemeldeten Kinder Mo-Do bis 16 Uhr und Fr bis 13 Uhr verpflichtend.

Kosten für die Eltern: 70 €/Monat für Mittagessen, sonst keine. Zusatzangebot: Betreuung an Freitagen 13-16 Uhr kostet 25 €/Monat.

Kosten für die Stadt als Sachaufwandsträger für räumliche Umgestaltung und Ausstattung sowie pauschal für Personalaufwand 25.000 €.

Derzeit liegen 17 Anmeldungen für die Ganztagsklasse, bei 57 angemeldeten Erstklässern vor. Mit 57 Schülern ist die Minimalzahl für die Einrichtung von 3 Klassen gegeben. Dann ist es sinnvoll, eine Klasse als Ganztagsklasse zu führen. Kritisch wird es nur, wenn die Gesamtzahl der Schüler am Stichtag unter 57 abfiele, weil dann nur zwei Klassen gebildet werden könnten. Bei Bildung einer Ganztagsklasse mit 17 Schülern, müssten in der anderen Klasse dann fast 40 Schüler zugeordnet wären, was nicht möglich ist. D.h. bei weniger als 57 Schülern in der 1. Jahrgangsstufe 2011/12 ist keine Ganztagsklasse möglich.

Ich habe mich für die Bereitstellung der benötigten Haushaltsmittel entschieden und hoffe, dass sich auch mindestens 57 Kinder insgesamt anmelden werden.


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